Nevin (39)

Altenpflegerin bei der Caritas in Bremen

Nevin arbeitet als Pflegehilfskraft in der Altenpflege der Caritas Bremen. Sehr zur Freude der Menschen in der Einrichtung, die ihre ruhige und herzliche Art schätzen. Dass es sich bei der Caritas um einen katholischen Träger handelt, ist für Nevin kein Hindernis und schon gar nicht für die Bewohner. Im Gegenteil.

„Unsere Bewohner fragen mich eigentlich gar nicht nach meinem Kopftuch. Nur einige wenige. Und daraufhin antworte ich dann, dass ich es gerne trage“, sagt Nevin und spricht dabei eher von positiver Neugierde der Bewohner im Haus St. Elisabeth.

„Ich bin integriert, mir macht meine Arbeit großen Spaß und es entstehen keine Probleme dadurch, dass ich einer anderen Glaubensgemeinschaft angehöre“, sagt die gelernte Bürokauffrau von ihrer Arbeitsstelle in Bremen. Dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, hat sie während ihrer Jobsuche mehrfach zu spüren bekommen. Nach ihrem Umzug von Köln nach Bremen wollte sie sich beruflich neu orientieren: „Weil ich sehr gerne mit Menschen zu tun habe, habe ich mir gedacht: Warum nicht Pflege?“ Dass allerdings so manches Vorurteil noch fest in unserer Gesellschaft verankert ist, zeigte sich dann zunächst an zahlreichen Absagen verschiedener Arbeitgeber.

Bei der Caritas habe ich direkt gefragt, ob ein Kopftuch ein Problem sein könnte. Nein – lautete die klare Antwort.

Nevin bewarb sich zunächst telefonisch um eine Stelle bei der Caritas und machte aus ihrem Kopftuch von Anfang an keinen Hehl. Dann ging alles ganz schnell: Sie wurde eingeladen, eingestellt und startete sofort in ihren neuen Job.

Die Caritas kennengelernt hatte sie übrigens schon in ihrer Zeit in Köln, als die Caritas Köln ihren Antrag für eine Mutter-Kind-Kur weiterleitete. Heute ist sie selbst eine wichtige Mitarbeiterin. Nevin schätzt sehr, dass die Caritas gegenüber den Mitarbeiter*innen die gleichen Werte von Unvoreingenommenheit, Weltoffenheit und Toleranz pflegt wie gegenüber den Bewohnern, Kunden und Klienten.

Und auch wenn gelegentlich etwas Heimweh nach Köln aufkommt, fühlt sie sich mittlerweile in Bremen wohl. In ihrer Freizeit genießt sie Spaziergänge an der Weser, die sie an den Rhein erinnert, und Shoppingnachmittage mit ihrer 15-jährigen Tochter. Ihre berufliche Zukunft sieht Nevin übrigens auch weiterhin bei der Caritas und fand darin auch die Motivation, Gesicht der Kampagne zu werden. Sie sagt: „Ich möchte eine Art Botschafterin sein.“

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